SG Schwarzenhammer


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Vereinschronik

Chronik

Jedem neugegründeten Verein geht in den meisten Fällen eine mehr oder weniger interessante Geschichte voraus:

Tatsächlich hatte der als erster für Schwarzenhammer und Kaiserhammer im Jahre 1906 gegründete "Egertalklub" auch eine Schießsportgruppe, die auf einer von Christoph Schumann gut ausgebauten 100 m Bahn mit Kleinkaliber -und Zimmerstutzen üben konnten. Mit dem Tod Chr. Schumanns im Okt.1916 kam auch das unvermeidliche Ende des rund 10 Jahre bestehenden Vereins.

Nach Beendigung des ersten Weltkriegs 1914/18 schloss sich eine Gruppe von Männern aus Kaiser- und Schwarzenhammer zusammen und gründeten im Frühjahr 1919 den "Zimmerstutzen-Verein Edelweiß Kaiserhammer".

Obwohl diesem neuen Verein die bestehende Schießanlage in Schwarzenhammer zur unentgeltlichen Verwendung freigestellt worden war, lehnten diese Mitglieder dieses Angebot strikte ab und bauten eine eigene Anlage. Wegen bald eingetretener Vereinsmüdigkeit, wurde dieser Schützenverein nach kaum 5 jährigem Bestehen aufgelöst.

Heute kann aber gesagt werden, dass nach einem dritten Anlauf, einen Schützenverein wieder zu gründen, "der große Wurf" doch gelungen ist. Es waren Fritz Wunderlich sen. in Kaiserhammer und Karl Glaser in Schwarzenhammer, die beide - als schon langjährige Anhänger des Schießsports - bei einem gemütlichen Glas Bier über eine eventuelle Gründung eines Schützenvereins im Ort diskutierten.

Am 3.Okt.1956 konnte die Gründungsversammlung im Gasthof Schwarzenhammer stattfinden. Folgende Gründungsmitglieder, wie sie in der Urschrift nacheinander aufgezeichnet sind, bildeten das Fundament dieses neuen Schützenvereins:

  • Wunderlich Fritz sen., Kaiserhammer
  • Sölch Walter, Schwarzenhammer
  • Glaser Karl, Schwarzenhammer
  • Flügel Adolf, Schwarzenhammer
  • Schumann Horst, Schwarzenhammer
  • Bauer Hans, Schwarzenhammer
  • Kalz Erwin, Kaiserhammer
  • Feldbaum August, Schwarzenhammer
  • Wiechmann Bernhard, Kaiserhammer
  • Engshuber Gottfried, Schwarzenhammer
  • Sommerer Leonhard, Schwarzenhammer
  • Przyklenk Hans, Schwarzenhammer
  • Steinkohl Ludwig, Schwarzenhammer
  • Weise Karl, Schwarzenhammer
  • Schelter Christian, Schwarzenhammer


Im Verlaufe dieser Gründungsversammlung wurde folgende Vorstandschaft gewählt:

  • 1.Vorsitzender Fritz Wunderlich sen.
  • 2.Vorsitzender Adolf Flügel
  • 1.Schützenmeister Karl Glaser
  • Kassier Christian Schelter
  • Schriftführer Ludwig Steinkohl.


Es wurde vereinbart, dass der Verein mit dem Namen - "Schützengesellschaft Schwarzenhammer" bald in das Vereinsregister eingetragen werden soll.

Anfänglich waren DM 5.- als Aufnahmegebühr und DM 6.- als jährlicher Beitrag zu entrichten. Frauen sollen ebenfalls gleichberechtigt in den Verein aufgenommen werden. Als Vereinslokal wurde der Gasthof Schwarzenhammer bestimmt.

Mit anschließender Besprechung über organisatorische Fragen, begann am 10.0kt.1956 in der alten Kegelbahn, der Schießbetrieb auf 2 provisorisch erstellten Schießständen mit Handkurbelbedienung. Geschossen wurde auf die damals üblichen 5er Ringscheiben. Am Ende dieser Besprechung wurde noch beschlossen, dass alle Jahre ein Königsschießen durchgeführt werden soll, wobei auf eine Feststellung besonderer Wert gelegt wurde, dass dem Schützenkönig- entgegen den Gepflogenheiten anderer Vereine- keine unlieben, größeren Ausgaben entstehen dürfen. Damit soll unbedingt verhindert werden, dass ein guter Schütze aus einem bestimmten Grund, einen gezielten "Danebenschuss" abgibt.

Unter Verwendung der neuen 10er Ringscheiben, fand das erste Königsschießen am 27.0kt.1957 statt, welches Helmut Beck gewann.

Eine besonders harte Bedingung, wonach jeder Antrag auf Neuaufnahme schriftlich an den Verein gerichtet werden musste, welcher dann in geheimer Abstimmung über Ablehnung oder Aufnahme zu bestimmen hatte, wurde aus humaneren Gründen wieder zurück genommen.

Die Generalversammlung vom 5.0kt.1958 wählte Karl Glaser zum 1.Vorsitzenden und Walter Sölch zum 1.Schützenmeister. Innerhalb der vergangenen 2 Jahre, war die Zahl der Mitglieder auf 51 Männer und Frauen angestiegen.

Wegen Erfahrungen mit permanenter Heizungsschwierigkeit in den Wintermonaten, beschloss man, während der kalten Winterzeit künftig keine Übungsabende durchzuführen.

Die Generalversammlung vom 6.Okt. 1960 wählte Manfred Köhler zum 1. Schützenmeister, welcher anschließend erstmals eine Mannschaft zu den Rundenwettkämpfen in der C Klasse organisierte.

Eine von Manfred Köhler vorgeschlagene Mitglieder-Werbeaktion, wobei in den Monaten Oktober bis Dezember 1960 keine Aufnahmegebühr erhoben werden soll, wurde durchgeführt und brachte ein sehr gutes Ergebnis.

Nach erfolgtem Umbau des "Gasthof Schwarzenhammer" im Jahre 1968, konnte der Verein am 26. Aug. 1968 von der ersten Schießanlage in der alten Kegelbahn, in einen eigens von der "Bürgerbräu" Selb aus einer alten Stallung umgebauten neuen Raum umziehen und konnte dadurch die gleichzeitige Schießmöglichkeit von bisher 2 Ständen auf 5 Stände erhöhen.

Das gab neuen Auftrieb der Aktivität und der Verein bekam bedeutend bessere Möglichkeiten bei der Durchführung von Rundenwettkämpfen. Aus diesem Anlass wurde der Kreis der aktiven Schützen nochmals größer.

Auf der am 10. Dez. 1968 stattgefundenen Hauptversammlung wurde Alfred Putz, Kaiserhammer zum 1. Vorsitzenden und Günther Flügel zum 1. Schützenmeister gewählt. Vorstand Putz ging auf seine zielbewusste, ruhige Art daran, ein seit 10 Jahren aufgeschobenes Vorhaben zu erledigen. Die von Putz sofort veranlasste Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Wunsiedel, wurde durch Unterschriften von Vorstand. Putz, Schützenmeister Flügel und Kassier Schelter dortselbst bestätigt und am 12.Juli 1970 amtlich registriert.
Die getrennten Übungsabende der 1. Mannschaft und allen anderen Schützen, zeigte sich durch erfreuliche Erfolge als richtig an. So konnte ersteres Team im Frühjahr 1979 mit Manfred Baumgärtel, Reinhold Örtl, Günther Flügel und Reinhard Schelter den Aufstieg in die A Klasse erringen, welcher nie gefährdet war. Mit der am 25. Jan.1980 abgehaltenen Faschings-Veranstaltung im Vereinslokal des Gasthofs, endete die Reihe der seit 1957 alljährlich abgehaltenen Veranstaltungen dieser Art.

Im September 1981 fand im Gasthof Schwarzenhammer in einem eigens gemieteten Festzelt an drei Tagen das 25jährige Jubiläum statt. Dieses wurde zu einem vollen Erfolg. Erstmals waren Schützen aus Hochstadt-Dörnigheim, der SG Tell 1897, zu Gast in Schwarzenhammer. Der Kontakt kam durch das Gründungsmitglied Karl Weisse, das nun in Maintal (Hessen) lebt zustande.

Nach 4 Jahren hartem, zielbewussten Training der 1. Mannschaft, ist im April 1983 ein lange gehegter, fast traumhafter Wunsch in Erfüllung gegangen.
Mit diesen Mitgliedern wurde der Aufstieg in die Gauklasse erkämpft:

  • Manfred Baumgärtel
  • Günther Flügel
  • Reinhold Örtl
  • Günther Rabenbauer


Dem zahlreichen Besuch der Schützenfreunde aus Hochstadt-Dörnigheim, anlässlich eines Vergleichsschießens am 11./12. Juni 1983, folgte ein Gegenbesuch am 6./7.Aug. 1983 zur Teilnahme als Patenverein, zur Fahnenweihe.

Einen schwarzen Tag für den Verein brachte der, von der Pächterin des Gasthofs, Lydia Zabel am 15.8.1983 an Vorstand Putz gerichteten Brief. Hierin waren so hochgeschraubte Mietforderungen gestellt, dass der Verein eine 3fache Erhöhung der Beiträge hätte festsetzen müssen, nur um diesen Forderungen gerecht zu werden. Seitens des Vereins erfolgte nach 5 Tagen die Kündigung des Raumes und am 27.8.1983 der Auszug. Alle Vereinsgegenstände wurden privat untergebracht. Vorstand Putz gelang durch Verhandlungen mit Fabrikbesitzer Horst Schumann ein guter Erfolg. Schumann stellte unter humanen Bedingungen eine zum Abriss vorgesehene Notwohnungsbaracke auf dem Gelände der ehem. Hühnerfarm unentgeltlich zur Verfügung.

Da diese Räume von 4 Wohnungen noch mit Lagergütern belegt waren, konnte man erst am 1. Okt. 1983 mit der Umgestaltung beginnen. Schon am 6.12.1983 war es so weit, dass in der jetzigen Schießhalle inmitten von Bretterstößen, Balken, Sand, Zement und Mörtelkübeln auf provisorisch hergerichteten Tischen und Stühlen eine dringlich gewordene Versammlung abgehalten werden konnte.

Nachdem am 12.01.1984 die amtliche Anerkennung als gemeinnütziger Verein eingegangen war, fand am gleichen Abend die offizielle Inbetriebnahme aller 8 Stände statt. Bürgermeister Georg Thoma und Hausherr Horst Schumann gaben den Verein die Ehre und machten die ersten Schüsse. Im Juli 1984 waren Schießhalle, Küche und Aufenthaltsraum weitgehend fertig. Vorstand Alfred Putz hatte ein schweres Stück Arbeit vollendet, als er Küche und Abortanlagen größtenteils selbst gestaltet hatte.

Ohne größere Zuschüsse war der verhältnismäßig große Aufwand an Geldmitteln nur durch die große Spendenfreudigkeit von Mitgliedern, Gemeinde Thierstein, Betrieben, Geschäften und den Gönnern des Vereins möglich. Obwohl das neue Heim an der Außenseite noch keinen guten Eindruck machte, beschloss man, die offizielle Einweihung des Gebäudes am 30.03.1985 abzuhalten, nachdem kurz vorher der Verein den überraschenden Vorschlag zum käuflichen Erwerb des Grundstückes beim Notariat Kirchenlamitz unterzeichnete. Ursache hierzu war die am 20.12.1984 in Konkurs gegangene Porzellanfabrik Schumann & Schreider Schwarzenhammer, in deren Besitz das Grundstück war. Nach einer Darlehensaufnahme von DM 8.000.- wurde das Grundstück erworben und ist nun Eigentum des Vereins.

In der am 06. März 1987 stattfinden Hauptversammlung wurde

  • Hans-Jürgen Heintel zum neuen 1. Vorsitzenden
  • Reinhold Seidl zum 1. Schützenmeister und
  • Reinhard Schelter zum Kassier

gewählt.
Nach über 19 Jahren 1. Vorstand gaben Alfred Putz und seine Weggefährten das Zepter an eine andere Generation ab.

Das Vereinsheim wurde von Alfred Putz und Hans Jandke in selbst verputzt. Auch die Außenanlagen wurden von den Vereinsmitgliedern selbst angelegt. Die Materialien dafür wurden von Gönnern und der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Im Sommer 1988 wurde das Dach des Vereinsheims in Eigenarbeit gedeckt.

Im Februar 1989 wurde im Schützenverein das 100erste Mitglied aufgenommen (Liselotte Hausmann).

Der kleine Aufenthaltsraum wurde ebenfalls fertig gestellt. Eine Eckbank wurde eigens dafür von der Firma Tucher, Hof zur Verfügung gestellt.

Am 16. Dezember 1989 wurde Alfred Putz für seine langjährige Arbeit als Vorstandsmitglied im Verein zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Im gleichen Jahr wurde endlich eine Schützenkette für die Jugend angeschafft. Den Grundstock an Münzen stiftete Christian Schelter. Ebenfalls wurde auf Initiative und durch finanzielle Unterstützung des Gründungsmitgliedes Fritz Wunderlich eine Standarte angeschafft. Die Fahnenweihe wurde am 15 September 1990 zelebriert. Die Fahnenpatenschaft übernahm die SG Tell 1897 aus Hochstadt-Dörnigheim; die Fahnen-Jungfrauen waren Jasmin Schelter, Nadine Heintel, Melanie Müller und Nadja Langer.

Das Jahr 1992 war wieder von Investitionen geprägt. Es musste eine neue Scheibenzuganlage installiert und abgenommen werden. Diese wurde überwiegend in Eigenarbeit der Vereinsmitglieder ausgearbeitet und geplant.

Im Jahr 1999 stand wieder ein Wechsel an der Vorstandsspitze an. Als 1. Vorsitzende wurde zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte eine Frau gewählt: Birgit Riedl (jetzige Birgit Schmeckenbecher).

Die Vorstandschaft setzt sich zum Zeitpunkt des 50-jährigen Vereinsjubiläums aus folgenden Mitgliedern zusammen:

  • 1. Vorsitzende: Birgit Schmeckenbecher
  • 1. Schützenmeister: Reinhold Seidl
  • Kassier: Reinhard Schelter
  • 2. Vorsitzender: Martin Schmeckenbecher
  • 2. Schützenmeister: Günter Hermer
  • 3. Schützenmeister: Rüdiger Hermer
  • Jugendleiter: Jörg Söllner
  • Jugendsprecherin: Lisa Bujak


Sportlich ist zu berichten, dass es nur noch eine Mannschaft gibt.

Es wurde die erste Ausgabe der vereinseigenen Zeitschrift "Hammerer Schützenblattl" gedruckt und verteilt. Diese Zeitschrift informierte die Schützenmitglieder und Hammerer über das Vereinsgeschehen und Veranstaltungstermine.

Im Jahr 2000 sank die Mitgliederzahl erstmals wieder unter die magische Zahl 100.

Der Verein hatte 2001 eine sehr große Investition zu schultern. Es musste eine neue Heizung eingebaut werden, da die alten Einzelölöfen nicht mehr Ihren Dienst taten. Der hohe finanzielle Aufwand wurde durch Zuschüsse des Landkreises Wunsiedel etwas gemildert. 2001 wurde auch eine Satzung verabschiedet, die wesentliche Neuerungen enthielt. So wurde hier u.a. die Zuständigkeit der einzelnen Gremien geregelt sowie auch die Vertretungsbefugnis des Vorstandes. Vorangetrieben haben diese Fassung Reinhold Seidl und Martin Schmeckenbecher. Die Eintragung im Vereinsregister war im August 2002.

Was die Jugendarbeit anbelangte, so schritt man durch ein Jammertal. Es waren kaum aktive Jungschützen vorhanden, um die man sich hätte kümmern können. Daran änderte auch das regelmäßige Gaudischießen anfangs nichts. Auch die Übungsschießen wurden von den noch aktiven Schützen immer weniger besucht. Seit 2005 kann wieder von einem Aufwärtstrend in der Jugendarbeit gesprochen werden. Jetzt stehen gleich vier Jugendliche gleichzeitig im Schießstand und beteiligen sich an Vergleichswettkämpfen.

Das Jahr 2005 brachte allerdings auch einen weiteren Negativrekord: Die Mitgliederzahl sank auf aktuell 70 Mitglieder. Lange Zeit hatte der Verein nur eine 1. Mannschaft, die fast immer in der GAU-Klasse anzutreffen war (und hier auf den vorderen Plätzen). Ab der neuen RWK-Saison wird es wieder nur eine Mannschaft geben.

Quellen: Christian Schelter, Gründungsmitglied und Protokolle 1986 - 2006


Unsere Chronik wird derzeit noch überarbeitet / erweitert.


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